Entweihnacht

haferflocken am fenster

Schneeflocken im teller

der wind pfeift aus dem letzten loch

und du dir um die ohren

im feuer verglüht dein letztes geld

und du zählst im portemonnaie das holz

besoffene nacht

und du bist heilig

Er hat onaniert

und dir ist’s gekommen

im radio grölen sie: „so ein tag“

und du singst leise: „stille nacht“

die familien feiern heute allein

und nur du bist beisammen

die reichen sind hungrig

und du hast die bescherung

die Sekretärin geht leer aus

du aber bekommst deinen nerz

so gehst du auf erden

und es war friede im bett

Wieder allein

wieder allein

deine schritte hallen nicht mehr wider

in diesem raum

er ist jetzt leer wie nie zuvor

das echo meiner schritte wiegt nun doppelt

und doch:

es sind nur zwei füße, die noch hörbar durch die stille schreiten. die geschäftigkeit trügt:

die größe der umbauten fläche

wird jetzt erst bewußt.

die tür, sie fordert nicht zum eintritt

zum weggang lädt sie stumm mich ein.

der kleinste wohnraum kann nicht

klein genug jetzt für mich sein.

die farbe an den wänden

spuckt die einsamkeit voll mir in’s gesicht

die decke fällt mir auf den kopf

und bleibt doch unerreichbar weit.

der dialog endet an dieser stelle

und zwar

in mono!