aug‘ in auge mit gott

manchmal verschwinden die schatten und das licht bricht durch

vergessen das leiden, die krankheit, der tod.

das leben zeigt sich

von allen seiten –

vergänglich zwar,

doch wunderschön.

 

wie frei ist diese freiheit?

ausgetretene wege verlassen

hindernisse überwinden

unverbrauchte luft atmen

klares wasser trinken –

aug‘ in auge

mit gott sein.

 

-geschrieben im wunderschönen engadin vor vielen jahren-

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cut up no. 1

ich schmiegte mich an sie, doch sie wich zurück, holte aus und verpaßte mir einen schlag in die magengrube. mir wurde kotzübel, ich…

 

…ich bekam die tür nicht auf. irgendetwas klemmte. der mageninhalt machte sich schon auf den weg. mit aller kraft stemmte ich mich gegen die fahrertür. sie ging gerade so weit auf, dass ich mich übergeben konnte, ohne mich selbst zu treffen.

der gelbe schleim legte sich auf das taufeuchte gras. mit dem taschentuch wischte ich mir den mund ab und schaute mich um. im rechten winkel zur straße stand das auto mit mir, oder ich mit dem auto, egal, im graben. scheiße.

wie komme ich hier her? es war totenstill um mich herum. wie lange stand ich denn schon hier? wie spät wird es sein? wieso bin ich überhaupt alleine unterwegs? waren wir nicht zu dritt mit zwei fahrzeugen von zu hause aus losgefahren?

immer noch ziemlich verwirrt, kletterte ich aus dem kleinen fiat, darauf bedacht, nicht in meine kotze zu latschen. doch dadurch regte sich mein magen erst recht wieder, er zog sich zusammen. total verkrampft – so ’ne scheiße aber auch! – würgte ich unter irren schmerzen noch mehr von dieser üblen gelben soße hervor. mensch, soviel hatte ich doch gar nicht gesoffen, oder, dass ich so kotzen muß? was is’n blos los mit mir? wo ist vorne? wo hinten? wo oben und unten? alles drehte sich. ich spürte etwas kaltes, feuchtes, zuerst an den händen, dann im gesicht, dann am ganzen körper, ich lag voll flach. so war es mir unmöglich, aufzustehen, es war, als ob jemand auf mir lag und mich in die erde drücken wollte. der morgenhimmel begann sich über mir zu drehen, immer schneller; ich schloss die augen. langsam beruhigte sich alles um mich herum. da…

 

…da! jetzt höre ich sie lachend meinen namen rufen. ich liege hier am hang über dem fluß, an den ich mich so gerne zurückziehe, wenn ich alleine sein will.

langsam drehe ich mich um. ich traue meinen augen kaum! da kommt sie ja tatsächlich angesprungen. claudia. in ihrem weißen nachthemd mit den dünnen blauen querstreifen.

woher kann sie denn wissen, dass ich hier zu finden bin? sofort stehe ich auf, um ihr entgegen zu gehen, doch ich falle blitzschnell zurück.

ein stechender schmerz durchläuft meinen körper, alles wird schwarz….

 

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